Wahner Heide - Historie, Anekdoten, Lyrik



    Naturschutz und Naherholung
     Naturschutzgebiet "Wahner Heide"

    Belastung durch Kampfmittel
     Ehemaliges militärisches
     Übungsgelände


    Historie, Anekdoten, Lyrik
          "Altenraths Klage"
            Beitrag von Karl.-E. Anhäuser
          Spicher Bleimöps
            Begriffserläuterung
          Militär. Schiessübungen
               in der Wahner Heide

            Praxis zu Beginn des 20. Jhds
          "Heideröslein"
            (Johann Wolfgang v. Goethe)
          "Ein leises Lied,
               ein stilles Lied"

            (Hermann Löns)
          "Der Knabe im Moor"
            (Annette von Droste-Hülshoff)
          Der Krammetsvogel
            Delikatesse aus dem vorl. Jhd.


 

Übungspraxis in der Wahner Heide
zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössischer Bericht von Hubert Lückerath (Euskirchen), der zwischen 1905 und 1914 auf dem Übungsplatz war; aus HUCK 1969 „Die Garnison – Unser Porz – Beiträge zur Geschichte von Amt und Stadt Porz", Heft 11, Heimatverein Porz e.V. in Verbindung mit dem Stadtarchiv Porz, S. 37 f.:

„Die älteren Festungsgeschütze standen in festen, ausgebauten Stellungen, die aber öfters gewechselt und neu ausgebaut werden mussten. Es waren 9 cm, 10 cm, schwere 12 cm, 15 cm Kanonen und „Das goldene Kalb“, der Bronzemörser (= Bronzerohr mit eingezogener Stahlseele).
Feld Haubitze Anfang 19. Jhd.Haubitzen (= schwere Geschütze) und alle neueren bespannten Geschütze schossen von verschiedenen Stellen in die Heide.

Wenn „auf lebende Ziele“ geschossen wurde, dann zog ehemals das Bähnchen, später eine Zugmaschine diese Ziele. Die anstürmende Infanterie und anreitende Kavallerie wurden dann mit Kartätschen (= Artilleriegeschosse mit Nahwirkung) bedacht.
Die alten Geschütze in fester Stellung wurden meist im Mannschaftszug an Ort und Stelle gebracht. „Kanoniere an die Taue! Zugleich, links zwei drei vier“, und der Karren rollte von dannen.(...).

Die zum Schießen erforderliche Munition wurde zum Teil auf dem Platz hergestellt, unter Aufsicht des zahlreichen Feuerwerkspersonals.

Nach dem Schießen wurden alle anfallenden Metallteile von den „Pimmocken“ gesammelt. Sie wurden von den Soldaten so genannt, obwohl sie alle aus den um den Platz liegenden Dörfern stammten.
Der Metallhandel Braschoß war der Pächter für das Metall, und die Kugelsucher sammelten für diesen gegen Gewicht.

Während des Schießens lagen die Kugelsucher am Platzrand, und wenn die Signalkörbe nach dem Schießen heruntergingen, dann stürzten sie sich wie die Wilden auf das beschossene Feld, jede Gefahr missachtend.
Das aufgefundene Metall wurde in Säcken fortgeschafft. Es war erstaunlich, wie die Leute mit nicht explodierender Munition umgingen, um ein Stück Messing oder Kupfer zu ergattern, und es hat dabei manchen Unfall gegeben.

Es hieß, dass noch kein Altenrather mit 10 Fingern in den Himmel gekommen sei...“

 


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