Spicher Bleimöps
'Bleimops' ist im Volksmund der Spitzname für
die Bevölkerung des Troisdorfer
Stadtteils Spich:
Blei geht zurück auf Bleireste verschossener
Artilleriemunition (Kugeln, Splitter);
mopsen bedeutet in der rheinischen Sprache: etwas
heimlich an sich nehmen.
Ergebnis:
Die Spicher haben die verschossene Artilleriemunition
auf dem Truppenübungsplatz 'Wahner Heide' (19. Jhd./Anfang
20. Jhd) nach Beendigung des jeweiligen Übungsschießens
der Soldaten heimlich gesucht, an sich genommen und verkauft. Sie
nannten das Suchen und Graben 'moggeln'.
Dies war nach preußischer Polizeiordnung verboten. “
Aus einem Text von Matthias Dederichs, ehem. Vorsitzender
des Heimat- und Geschichtsvereins Troisdorf
Auf diesen Begriff geht auch der Name des nun schon
50 Jahre alten Spicher Karnevalsvereins KG Bleimöps
zurück. (s.
Pressemeldung)
Der Mundartdichter Hans Brodesser schrieb darüber
das „Spicher Bleimops-Lied“:
„Ein Spicher Bleimops bin ich zwar,
verdien' mein Geld stets in Gefahr,
|:aber wenn Feinsliebchen am Schlagbaum ruht,
dann geht das Moggelen noch mal so gut.:|
Des
Morgens schon in aller Früh
klopft es ganz leis' an meiner Tür,
|:Steh auf, du Bleimops, so jung und schön,
wir wollen heute nochmal moggeln gehn.:|
Dann wandern wir zur Heid' hinaus
und werfen unsere Hacken aus
|:und hacken die Moggelen, groß und klein,
ein jedes will ja in den Sack hinein.:|
Und ist vorbei die Sommerzeit,
dann ist vorbei die Moggelei,
|:dann führ' Feinsliebchen ich zum Traualtar,
es lebe dreimal hoch das Mogglerpaar !:|“
Aus der Web-Site des Ortsrings Spich (www.or-spich.de).
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